hexenworte

Traditionen, Geschichten und Wissen eines alten Weges

Magisches mit Linsenfrüchten

So vieles, was aus Mutter Natur kommt, wurde  in der Vergangenheit als etwas Magisches angesehen und hatte demzufolge auch immer Zauberkraft. Besondere Pflanzenformen, Wurzeln, Steine oder auch Farben.
Gerade in den alten Zeiten, als die Pflanzenheil- und Zauberkunde noch eine wesentlich höhere Bedeutung hatte, wurden diese Dinge in der Regel als ein Geschenk  der Göttin oder der Mutter Erde  angesehen.
Dazu gehören natürlich auch die  Samen und Früchte  der Pflanzen und unter Anderem die Hülsenfrüchte, wie Bohnen, Erbsen und die Linsen. Und als Erdfrüchte, die eine sehr wichtige Rolle in der Ernährung und der Abwendung des Hungers spielten, wurden besonders sie als eine Gabe oder ein Geschenk der heiligen Mutter Erde geehrt.
Besonderes Augenmerk liegt in diesem Thema bei den Linsen, denn vor einigen Monaten hatte ich eine Art von Eingebung und mir kam mehrfach die Linse in den Sinn. Vor Allem, was die Hexe so alles an magischen Dingen damit anstellen kann…

Die Linse (Lens culinaris) ist eine der ältesten Kulturpflanzen und wurde bereits vor rund 10 000 Jahren im antiken Ägypten und Kleinasien angebaut. Es wurden sogar Reste von wildwachsenden Linsen in altsteinzeitlichen Höhlen im Mittelmeerraum gefunden.  Sie ist eine wärmeliebende Pflanze und wird daher überwiegend im mediterranen Klimabereich angebaut.

Wie von einer solch wichtigen Pflanze nicht anders zu erwarten, wurde sie auch zu Zauberzwecken genutzt. In Aberglaube, Brauchtum  und der Magie steht die Linse für Geldsegen, Glück, Liebe und Gesundheit. Natürlich mussten gewisse Regeln und/oder  bestimmte Zeiten (besonders in den christl. Bräuchen ) beachtet werden.

Ein alter Zauberbrauch oder Aberglaube mit Linsen sei hier als  Beispiel aufgeführt:
Um zu sehen ob bald ein Ehemann in Aussicht stünde, musste  eine junge Frau am 24.12. (also Weihnachten) schweigend Linsen in einem neuem Tontopf kochen und den Deckel mit Lehm verschließen. Sie sollte dann vor Mitternacht das Essgeschirr verkehrt herum aufdecken und einen Stuhl ebenfalls verkehrt, also mit den Beinen nach oben, an den Tisch stellen. Nun musste sie, während die Linsen auf dem Herd vor sich hin kochten, von außerhalb des Hauses durch das Küchenfenster schauen. Sähe sie dann einen Mann am Tische sitzen, die Linsen essend, so sollte dies ihr Zukünftiger sein. Sähe sie aber nichts durch das Fenster, tja, dann musste sie wohl noch etwas länger auf den Richtigen warten. Natürlich war dieser Zauberbrauch auch für junge Männer  machbar, die auf der Suche nach ihrer *holden Maid* waren.

Als Glücksbringer sind Linsen auch gerne verwendet worden. So hieß es beispielsweise, wer in der Christen-oder Weihnacht, am Abend des 24.12. Linsen (mit anderen Hülsenfrüchten wie bspw. Erbsen und Hirse) äße, dem ginge im darauf folgenden Jahr nie das Geld aus.*

Es gibt ja ungemein viele verschiedene Arten und Farben von Linsen, für die Magie kann  aber jede von ihnen genutzt werden. Sicher wird die Farbe hierbei eine weitere Rolle spielen, ähnlich wie in anderen Bereichen der Magie. Rot für Liebeszauber oder Fruchtbarkeitsmagie, schwarze oder dunkelbraune Linsen zur Bannung von Negativem, weiße oder helle für Schutz und Glück usw. usf.. Und natürlich können Linsen auch zum Orakeln genommen werden (siehe Foto 1 +2 ).
Im Folgenden möchte ich über ein Zauberritual schreiben, das ich selber zusammengestellt habe.
Hierbei zu verwenden sind die ganz einfachen, hellen Linsen, da sie für mich, wie bereits oben erwähnt, Glück und auch  Schutz symbolisieren.


Dieser Schutzzauber  in Form einer kleinen Hexenflasche (siehe  Foto3+4) wird zur  zunehmenden Mondin gewebt und ist  für jemanden gedacht, der einem sehr, sehr nahe steht. Ich habe diese Hexenflasche für eines meiner Kinder zusammengestellt, das nun langsam die Welt der Erwachsenen betritt.

Dazu braucht es :

Eine hübsche kleine Flasche oder ein verschließbares Glas, welches auch noch gern verziert oder bemalt werden kann. Wie z.b. mit kleinen Göttinnen (als Muttersymbol) oder kleinen Buchstaben (vom Namen ) oder Blumen usw.. Da sind der eigenen Kreativität absolut keine Grenzen gesetzt.

Helle Linsen, die Anzahl dem Alter, oder dem Datum des Anlasses entsprechend.

Haare und ein Bild der betreffenden Person, oder auch etwas ähnliches was einen engen Bezug zu dieser Person hat.

Eine kleine Glocke, die das Glück herbeirufen soll. Diese kleine Glocke kann in die Flasche hineingelegt  oder aber auch außen mit Bändern befestigt werden. Wenn sie dann beim Schütteln leise klingelt, so kann das Glück sich auf den Weg machen.

Eine Feder von einem Rabenvogel (egal ob Krähe, Elster oder Rabe), denn der Rabenvogel steht für Ahnen und Göttin (oder je nach Glaube; Götter). Natürlich geht auch eine andere Feder, die zum Anlass passt, oder man verwendet die Feder des Krafttieres dieser Person, sofern man es bereits festgestellt bzw. gewählt hat.**

Und Schutzwurzeln oder Kräuter,  wie Beifuss, Wermut, Lorbeer usw.***

Getrocknete Blumen oder Blütenblätter, die vielleicht die Lieblingsblumen der betreffenden Person sind, oder aber an ein ganz bestimmtes tiefgreifendes Ereignis (wie etwa die Geburt) erinnern.

Einen kleinen Zettel mit all den guten Wünschen und Zauberformeln für die Zukunft.

Zum Schluss noch ein hübsches Band sowie Kerzen- oder Siegelwachs zum Verschließen der Flasche.

Die Flasche sollte, bevor sie versiegelt wird, natürlich noch mit guten Wünschen in Form von kleinen Zaubersprüchen geweiht und aufgeladen werden. Den Wortlaut möchte ich jedem selbst überlassen, hier sollte man seiner ureigenen Intuition nachgehen. Am besten ist es dann, die Hexenflasche solange magisch aufzuladen (also auf dem Altar oder an einem dafür gewählten Ort) bis die Vollmondin erneut am Himmel erscheint, also für einen halben Mondinzyklus. Hierdurch hat sich all der Zauber  der zunehmenden Phase der Mondin in seiner vollen Kraft entfaltet.
An Vollmondin wird die Flasche dann gut verschlossen und versiegelt, so dass sie nie geöffnet werden kann und sollte. Nun wird die fertige Hexenflasche nochmals gut geschüttelt, damit alles in Bewegung kommt, sich vermengt und wirken kann.
Diese Flasche kann verschenkt oder vererbt werden z.b. als Andenken . Natürlich kann die Hexe sie auch zur eigenen Erinnerung behalten, in diesem speziellen Fall an  eine so schnell vergangene Zeit der flügge gewordenen Kinder.

Ich persönlich bewahre sie an einem besonderen Ort auf. Ab und an hole ich sie hervor, schüttele sie 3x kräftig und visualisiere all meine guten Gedanken und Wünsche, immer dann wenn ich denke, Derjenige bedürfe  gerade etwas Schutz und Glück…Und so  kann ich  auch immer etwas Magie mit auf dem Weg geben.

Übrigens können diese Hexenflaschen auch für andere Zwecke oder Zauber genommen werden, wie z.B. für Hochzeiten,  Fruchtbarkeitszauber, Geldzauber, oder  aber zum Verhexen etc.. Der Inhalt muss nur dementsprechend angepasst werden – und wir Hexen haben ja bekanntlich immer eine Menge Ideen und Fantasie.

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass Magie zu einem großen Teil im Zaubernden selbst und in dessen Wahrnehmung der ihn umgebenden Realität stattfindet. Und dies kann und wird sich durchaus auch auf die Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung auswirken. Aber auch wer nicht an diese Art von Magie glaubt, wird allein aus der schieren Symbolkraft solcher rituellen Handlungen heraus mit Sicherheit einen Nutzen ziehen können… und sei es nur (oder gerade?) unbewusst.

 

 

 

Fotos: (c) Hexenworte.

*Weiteres über die Weihnachtszeit und Aberglauben hier auf unter Zauberbrauch der Zwölfnächte oder Rauchnächte
** mehr unter Zauberhaftes durch die Feder und mehr Federmagie
*** siehe Magie aus dem Küchenregal 1-4

Alles hier auf Hexenworte nachzulesen.

Alle Texte und viele der Bilder unterliegen meinem Copyright! Das Kopieren  ist untersagt. Bei Interesse an der Verbreitung einer meiner Artikel, bitte eine E-Mail an mich senden, oder mich auf Facebook anschreiben!

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