hexenworte

Traditionen, Geschichten und Wissen eines alten Weges

Meine magische Zeit zu „Beltaine“


Es  war  die 5.Vollmondin nach der Wintersonnenwende.

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(c) Hexenworte

Und gleichzeitig war es das Fest Beltane (Beltaine). Auch wenn die meisten eher in der Nacht zum 1.Mai Walurgisnacht/ Beltane feiern, ist für mich doch die  Zeit Mondin wichtiger. Ich versuche zumindest nach dem Mondinkalender all meine Feste zu begehen. Was nun besser oder schlechter ist, liegt im eigenen Ermessen und jeder entscheidet es so, wie es für ihn am besten ist. Nicht das eine/r der Leser/innen sich vielleicht wundert.

Doch zurück zum Beltanefest. Der Tag fing früh an und der Belenos (kelt. Sonnengott),  als der junge feurige gehörnte Sonnengott, war noch nicht mal aus dem Schoß der Nacht herausgeklettert. Selbst die Vögel waren noch verschlafen, denn sie fingen  erst  zögerlich an zu zwitschern. Das ist eine der magischen Schwellenzeiten und eine gute Gelegenheit in den Wald oder auf die großen Wiesen und Auen aufzubrechen.

Ich beschloss also loszugehen,  um den Tag  und die beiden noch so jungen Gottheiten zu begrüßen. Vor der Vereinigung gelten beide als die jungfräulichen Maikönige.  Der Himmel war fast wolkenfrei und leuchtete blau und ein zarter oranger Streifen zierte den Horizont.  Ein dichter Dunstschleier lag auf den umliegenden Feldern und ich sah  im Nebel  Schatten von  Wesen, die mir wie  aus der Anderswelt erschienen.  Ich begrüßte sie , sowie  die Geschöpfe und Hüter  des Waldes leise und erfurchtsvoll. Dann übergab ich  den  Hütern  ein kleines Maiengeschenk, in Form von ein paar Blumen aus meinem Garten und etwas Obst ( alles immer aus eigener Region). Ich versprach am Abend nochmals wieder zu kommen, da mich nun langsam der Alltag einholte und ich zurück musste. Ich habe den ganzen Tag gebastelt (Blumenkränze) und gewerkelt, habe gereinigt und geräuchert, habe zwei Zauber geschrieben um sie dann am Abend im Beisein der Göttin zu weben. Die  Kränze nahm ich zum Schmücken meines Hexenhauses und meines Besens anstelle eines Maibaums. Und ein paar kleinere Sträuße mit frischen Kräutern  und Blumen waren der „HoheZeitstrauß“ für die noch junge Göttin.

Es schien  als wären unsichbare  Wesen im Haus, denn  ich konnte sie spüren und sogar  die Hunde schlugen öfters an, bellten immer wieder und blickten aus dem Küchenfenster, das nach Osten zeigt und an welchem des öfteren Geister vom Dorffriedhof, der ein Grundstück weiter liegt, vorbeikommen. So muss es auch gestern gewesen sein. Auch im Garten, als ich wie jeden Tag meine Pflanzen  begrüßte,  fühlte ich ständig  etwas um mich herum, sogar mein kleines Boxermädchen Izzy fing immer wieder aus tiefster Kehle  an zu grummeln. Ich ging  noch in meinen  Steinkreis und gab ein paar Früchte für die Pflanzengeister in eine Schale und bedankte mich für ihre Anwesenheit und  ihre großzügigen Gaben die sie mir so oft haben  zukommen lassen.

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(c) unbekannt

Es kam  die Abenddämmerung. Der Himmel war noch  nicht ganz bewölkt und man konnte zusehen, wie der junge Sonnengott  blutrot in den Schoß der dunklen Nacht versank. Jetzt war die Zeit gekommen, die Vereinigung des Gehörnten mit der Göttin zu feiern. Ich machte mich also wieder auf in den Wald und nahm meinen älteren, erfahrenen ‚Hexenhund‚ mit, der mich schon so oft begleitet hat. Ich fand einen schönen Platz am Fusse einer großen Eiche und packte  meine Geschenke  und Opfergaben aus  ,  zündete Teelichter und mein Räucherwerk an, legte das  Obst ( wie Erdbeeren und rote Äpfel ) hin, dessen saftiger Duft  sich mit dem des Räucherwerkes und dem herrlich frischen Geruch des Waldes vermischte.  Eine Schale mit Honig, etwas Bier und einen Kräuterschnapps . Dazu weiches Brot, Flugsalbenöl und etwas Blut von mir. All das gab ich den Göttern und Hütern zum Geschenk. Ich begrüßte die Wesen des Waldes und die Götter, sang leise vor mich hin und stellte mir vor, wie der junge und starke Gehörnte nun als Jäger durch den Wald schlich, um sich  im  Kampf mit dem alten Hirschkönig zu beweisen. Nachdem  er den alten König besiegt hatte wurde der junge Gehörnte zum  neuen, starken und mächtigen König aller Wesen im Wald. Er ist bereit sich mit der noch  jungfräulichen Maienkönigin zu vereinigen. Bewacht von den Wesen der Anderswelt und des Waldes, damit sie nicht gestört werden würden. Nach einigen  innigen und leidenschaftlichen Umarmungen des Paares, wurden sie  anschließend von allen Geschöpfen diesseits und jenseits der Schwellen begrüsst und gefeiert…. Hoch lebe die neue Königin, die große Göttin. Hoch lebe der neue König, der große Gehörnte Gott! Möge eure Zusammenkunft, Frieden, Liebe  und Fruchtbarkeit für alle Wesen  in diesem neuen Zyklus bringen.

Ich fühlte mich  vereint mit allen Wesen des Waldes, auf beiden Seiten der Schwellen. Verwurzelt mit der fruchtbaren warmen Erde auf der ich saß, berauscht von den Düften des Waldes, die mich umschwirrten. Alles war friedlich und doch raschelte und knisterte es  in meiner Umgebung, als würden die Wesen des Waldes tanzen und lachen. Selbst die Bäume rauschten im leichten Abendwind und  man hörte sie leise singen. Alles war wie  im Rausch durch  die  Vereinigung beider Götter. Was für ein Fest, was für eine Freude. Ich wünschte mir in diesen Momenten,  es wäre immer so und würde nie enden. Vereint mit allen Wesen und dem Wald, was für ein wunderschönes, erhabenes Gefühl.

Derweil lag mein Bewacher, mein Hexenhund, am Fusse der dicken Eiche und schlief friedlich vor sich hin, so als würde ihn das alles nichts angehen.

Ich saß immer noch  an meinem kleinen Platz  um dort die herrliche Zeit der Dämmerung und vielleicht etwas länger zu verbringen. In  meinen Kessel  brannte ein kleines Feuer.  Viele der Nachtaktiven Tiere  zogen ihre Bahnen um  und über mich.  Die kleinen Fledermäuse jagten hin und her, manchmal so tief das ich versucht war, den Kopf einzuziehen.

Und dann sah ich ihn plötzlich, er stand im dichten Gebüsch das ein paar Meter vor mir war. Durch den Schein des kleinen Feuers in meinem Kessel konnte ich seinen Schatten erkennen, oder war es doch eher meine Ritualsalbe die mich dies sehen ließ? Es war der Gehörnte,  Cernunnos, er stand ganz regungslos und beobachtete mich.  Er gab mir zu verstehen, dass er sich über all die schönen Gaben freute und  mir dafür dankte. Mir klopfte das Herz bis zum Hals,  so riesig, geradezu majestätisch stand er da vor mir, aber  auf  Abstand.  Ich weiß nicht wie lange wir uns gemustert haben . Alles roch nach frischem Moos und feuchter dunkler Erde und es duftete nach Kräutern. Doch dann  wurde es  merklich kühler , Wind kam auf und die Wolken wurden immer dichter . Die Sterne waren  jetzt teilweise nicht mehr zu sehen.

Das war das Zeichen für mich, das ich aufbrechen sollte.  Auch der Gehörnte war wie vom Erdboden verschluckt, kein Laut war mehr zu hören, ein wenig gespenstisch wurde  es dort an meinem Platz. Ich räumte meine Sachen ein, bedankte mich noch einmal und ging nach Hause. Unterwegs blieb mein Hund immer mal wieder stehen und drehte sich  um, so als würde uns jemand oder etwas folgen, doch jedesmal wenn ich mich dann umdrehte war nichts zu sehen, weit und breit keine Seele. Doch ich fühlte das uns etwas beobachtete… doch was?

Zu Hause dann angekommen, riss die Wolkendecke für kurze Zeit auf und gab das wunderschöne Licht der Vollmondin frei. Welch ein Anblick, so strahlend weiss und schön. Aus der jungfräulichen Maikönigin ist nun die  große Muttergöttin geworden.  Ich ging zu meinen Altar und zündete ein Licht für sie und den Gehörnten an. In der Küche an dem besagten Ostfenster habe ich auch  noch einen kleinen Küchenaltar, zu Ehren der  Göttinnen, wie Hera oder Vesta ( auch Göttin des Herdes und des Herdfeuers), Hulda ( früher u.a.  auch als Wettergöttin verehrt), sowie der  großen  Muttergöttin.

Auch hier zündete ich zum Dank eine Kerze an. Dort webte ich noch die beiden Zauber, ein Bannzauber, der vor Schaden bewahren soll und eine Art Glücks/Erfolgszauber.

Dann saß ich noch eine kleine Weile  am Fenster und schaute die Mondin an… ich kann nie genug von ihrem Anblick bekommen, sie verzaubert mich jedes mal aufs neue.  Es ist ein Gefühl,  als wenn sie mich in ihren Arm nimmt und mich wissen  lässt, dass alles gut wird.

Es war eine wirklich magische Nacht.

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(c) unbekannt

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Foto 2&3 Pinterest (Urheber unbekannt)

 

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